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© Klaus Ackermann
Die Young Professionals der Global Soil Week 2015

Ihr Herz schlägt für den Boden - bei den Young Professionals der Global Soil Week 2015 treffen Kreativität, Freude und Fachwissen aufeinander. Der Exkursionstag des Programms schweißte sie zusammen, wie Steffen in diesem Kurzfilm zeigt.

Die Young Professionals haben sich zum Ziel gesetzt, die Menschen mit ihrer Begeisterung anzustecken, die heute und in Zukunft unsere Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in den Händen haben - also jeden Einzelnen von uns. Dafür gestalten die 22 jungen Fachkräfte aus aller Welt bunte Aktionen, Filme und Seminare. Tolle Ideen, die zum Nachdenken, Mitmachen und Nachmachen anregen!

Hier finden Sie einen Überblick:

Quo grabis? – Zukunftsperspektiven in der Bodenkunde

© Steffen Schweizer

Das Jahr 2015 wird als das UN-Jahr des Bodens in Erinnerung bleiben. Doch wohin entwickelt sich der berufliche Aktivbereich der Bodenkunde längerfristig und welche Einstiegsperspektiven bieten sich insbesondere jungen Bodenkundlern?

Den hohen Diskussionsbedarf über diesen fachlichen Tellerrand hinweg zeigt ein Diskussionsabend auf der Jahrestagung der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft (DBG) in München. Die Young Professionals in Soil Science (YPSS, www.youngsoils.de) luden am Montag, den 7. September 2015, zu einem World Café der Bodenperspektiven – in drei Runden ganz interaktiv ohne professoralen Vorsitz an acht unterschiedlichen Diskussionstischen.

Der Andrang von über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die selbst nach einem elfstündigen ersten Konferenztag noch hochinteressiert mitdiskutierten, zeigt die Brisanz der Zusammenkunft zum direkten Meinungsaustausch. Unter der humorvoll zusammengefassten Leitfrage der Veranstaltung „Quo grabis?“ (frei übersetzt: „Wohin gräbst Du?“) wurden fünf Berufsbereiche besprochen, in die Bodenkundler bevorzugt hineindiffundieren. Vertreter aus Wissenschaft, bodenkundlicher Baubegleitung, Altlasten und Bodensanierung, internationaler Entwicklungszusammenarbeit sowie Landesverwaltungen und Behörden, führten die jungen Bodenkundler in den interaktiven Tischrunden, über Tätigkeiten und Berufsperspektiven in ihren Fachgebieten ein.

Fotoausstellung "Erde"

© Annabelle Graf (www.annabelle-graf.de)

Erde
Boden ist Leben. Die Grundlage auf der alles aufbaut.
Der Erdboden ist ein Schatz, den wir uns bewahren müssen, um auch in Zukunft von und mit ihm leben zu können.
Doch der Boden als Ressource wird immer knapper, weltweit!


In ihrer Arbeit beschäftigt sich Annabelle Graf mit der Frage, ob es auch in Berlin fruchtbare Erde gibt und wie sie sich zeigt. Momentan sind Annabelles Fotos in der Wanderausstellung Bodenschutz Urban in den Prinzessinnen Gärten in Berlin am Moritzplatz zu sehen.

 

Am 12.09.2015 und 13.09.2015 sind ihre Fotos in Hamburg zu sehen, als Teil der Veranstaltung "Landwirtschaftsfilme mit dem Flexiblen Flimmern".

 

 

 

‚Es ist kompliziert‘: Seminar über die Wechselbeziehung zwischen Klima und Boden

© Dan Goodale-Porter

Am 25. Juni 2015 fand an der Universität zu Köln ein Seminar Tag rund um das Thema Boden- und Klimaschutz statt. Sara aus Kolumbien, Absolventin des Internationalen Masters Umweltwissenschaften (IMES Program), brachte Studenten und Ehemaligen ihres Studiengangs die komplexe Wechselbeziehung näher:  Denn Klimaänderungen beeinflussen den Boden, veränderte Bodenverhältnisse beeinflussen das Klima.

Giannina Cadena, die bei Fairtrade International arbeitet,  schilderte, welchen Problemen sich Kleinbauern in Entwicklungsländern tagtäglich stellen müssen – denn  diese sind besonders stark von Klimawechsel betroffen und versuchen daher auf vielfältige Weise, unter den neuen Bedingungen mit ihren Böden umzugehen. Gesine Hänsel, unabhängige Beraterin in Ländlicher Entwicklung, Klimawandel und nachhaltiger Landnutzung, teilte ihre Erfahrungen aus der Landwirtschaftspolitik in der Umsetzung nationaler Verpflichtungen im Rahmen der Klimarahmenkonvention (UNFCCC).Die Kernbotschaft: Ohne Klimaschutz gibt es keinen Bodenschutz. Und ohne gesunde Böden kann auch das Klima nicht geschützt werden. Böden sind zum Beispiel – nach den Weltmeeren – der zweitgrößte CO2-Speicher der Erde.

Sara selbst stellte die zuvor erörterten Probleme in einen ganz konkreten, praktischen Zusammenhang: Anhand der Erkenntnisse ihrer Masterarbeit über nachhaltiges Landmanagement im Peruanischen Amazonas. 

In kleinen Pausenaktivitäten, die Mika Thuening organisierte, nahmen die Teilnehmer den Boden auch etwas genauer unter die Lupe, sodass schnell klar war: Das ist nicht bloß Dreck an unseren Fingern, das ist unsere Lebensgrundlage, die wir schützen müssen!

 

 

Fotoaktion: 10 Zentimeter

© Kora Rösler und Anna-Lena Klassen <br>Was Boden für den Stadtmenschen Berlins bedeutet

10 Zentimeter……….10………..mehr nicht?

Über Soziale Netzwerke wie Facebook riefen Kora und Lena am Welttag der Desertifikationsbekämpfung (17.Juni) zu einer "Foto-Aktion und Boden-Feierei" ein. Mit boden-kompatibler Picknickdecke und Feierabendbier kam eine begeisterte und bunt gemischte Gruppe im Görlitzer Park zusammen.
Die Botschaft der beiden Young Professionals: "10 Zentimeter ist alles was über 2000 Jahren an fruchtbarere Erde nachwächst. Es ist also allerhöchste Eisenbahn unserem braunen Gold unter unseren Füßen ein wenig mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit zu schenken.... Posiert und räkelt euch auf dem Boden umgeben von fruchtbarer Erde und feiert das wunderbare Gold, welches uns so wunderbar gedeihen lässt!"
Boden hat nichts mit Stadtmenschen zu tun? - von wegen! Personalisierte Boden-Botschaften der Teilnehmer sprachen eindeutig dagegen!  

Vom Hörsaal auf den Acker

© Peter Kirch <br>Seminar mal anders: auf dem Feld

Peter organisierte für 38 Erst- und Zweitsemesterstudenten an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin ein zweigeteiltes Seminar über nachhaltige Bodennutzung. Nach einem vorbereitenden Tag zum Thema "Nachhaltige Nutzung von Böden – eine Grundlage für souveräne Nahrungsmittelproduktion" ging es raus‘ aufs Feld, zu den Äckern im Berliner Umland.

Peter brachte die Studenten mit Bahn und Rad zum "Spörgelhof", der ca. 30 km nördlich von Berlin in Brandenburg gelegen ist. Der Spörgelhof ist ein SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft) Betrieb. Die SoLaWi ist ein Gemeinschaftsbetrieb zwischen Landwirten und Verbrauchern. Bei dieser Art von Lebensmittelproduktion gibt eine Gruppe von Verbrauchern dem Bauern eine Abnahmegarantie, z.B. in Form eines Mitgliedschaftsbeitrages, mittels dessen der Bauer die lokal anbaubaren Nahrungsmittel anpflanzt. Durch diese Form der Landwirtschaft wird regionale bzw. lokale Produktion und ebensolche Ernährung gefördert – der Konsument weiß, woher sein Essen kommt, wie es angebaut wurde und dass der Bauer fair dafür bezahlt wird. Und der Bauer spürt eine direkte Wertschätzung seines Schaffens.

Während der Anfahrt zum Spörgelhof konnten schon einige konventionell bewirtschaftete Äcker in Augenschein genommen werden. Diese waren zunächst ein "normaler Anblick" für die Exkursionsteilnehmer. Im starken Kontrast stand dazu dann aber der Acker des Spörgelhofs, der mit Mulch und nach dem Keyline-Prinzip wirtschaftet. Das Keyline-Prinzip setzt auf effizientere Nutzung von Wasserressourcen und nachhaltige Bodennutzung, um das natürliche Potenzial der Landschaft zu erhöhen. Dabei werden verschiedene landschaftliche Elemente wie Wasser, Pflanzen und Topografie effektiv miteinander kombiniert, um den Boden zu schonen.

Nachdem der Spörgelhof näher erkundet und die Bewirtschaftungsmethode erklärt war, konnten die Exkursionsteilnehmer selbst Hand anlegen. Dabei lernten sie – durch den direkten Kontakt mit dem Boden – verschiedene Methoden zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit kennen. Dies war bei bestem Sonnenschein nicht nur interessant, sondern hat auch einen realistischen Einblick in die tägliche Arbeit eines Bauern gegeben. Trotzdem, oder gerade deswegen, war die Exkursion für  viele Teilnehmer eine augenöffnende Erfahrung, die gezeigt hat, wie Landwirtschaft gestaltet werden kann - und muss – um für langfristig intakten Boden zu sorgen.

Die Möglichkeiten Landwirtschaft aktiv mitzugestalten sind vielfältig – und jeder kann mitmachen!

© Peter Kirch <br>Bei SoLaWi packt jeder an

Möchten Sie mehr über SoLaWi erfahren oder suchen Sie einen SoLaWi-Betrieb in Ihrer Nähe? Hier finden Sie nähere Informationen zum Prinzip der SoLaWi und viele registrierte  Betriebe nach Postleitzahl oder Stadt. Ein erfolgreiches Beispiel von Solidarischer Landwirtschaft ist zum Beispiel auch in Freiburg zu finden.

Soapbox Science: Boden

© Jasmine Black <br>Boden zum Anfassen - mitten in der Stadt

In Newcastle, England, kamen am 28.6. über 19.000 Passanten  in den Genuss einer Soapbox Science-Aktion über über organische Bodensubstanz und was diese für den Menschen bedeutet. Die Bodenkundlerin Jasmine brachte nicht nur ihr Wissen an den Mann bzw. die Frau, sondern auch etwas Boden zum Anfassen - ein wohl eher seltener Anblick für die Stadtbummler.

Soapbox Science ist eine neue Kommunikationsplattform für und von Frauen und ihre wissenschaftliche Arbeit. Dem Beispiel des Londoner "Speakers Corner" folgend, sollen Soapbox Events den öffentlichen Raum einbinden und Interessierte an ihren Ergebnissen teilhaben lassen. Jeder und jede soll die Möglichkeit bekommen, neueste Erkenntnisse zu hören, Fragen zu stellen, darüber zu debattieren, Wissenschaftlerinnen fordern und sich von ihnen begeistern und inspirieren zu lassen. Direkter Kontakt und Dialog statt Powerpoints in abgeschlossenen Hörsälen ist die Devise. Jasmine's Fazit: It works for soils! 

Weitere Termine finden sie im

Bodenkalender des Umweltbundesamtes 

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