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Die ELD-Initiative – Kosten-Nutzen-Analysen für mehr Bodenschutz

© Fotos: Martin Dallimer

Mit nachhaltigen Anbaumethoden können Böden geschützt und wieder fruchtbar gemacht werden. Die Investitionen dafür lohnen sich auch wirtschaftlich.

Schätzungen zufolge sind weltweit bereits 24 Prozent der nutzbaren Böden degradiert. Und diese Fläche nimmt Jahr für Jahr weiter zu. Die Ursachen sind vielfältig: Entwaldung, Überweidung, Versalzung, Überdüngung, Kontamination und Auszehrung von Nährstoffen ebenso wie unangepasste Bewirtschaftungsmethoden, die Wind- und Wassererosion fördern. Dabei sind bodenschonende Landnutzungsformen bestens bekannt und erprobt, etwa konservierende Bodenbearbeitung, Erosionsschutz, ökologischer Landbau oder Agroforstwirtschaft. Häufig verhindern aber politische und sozioökonomische Rahmenbedingungen die Anwendung dieser nachhaltigen Methoden. Und so setzt sich die Degradation fort.

Dadurch gehen nicht nur Flächen zur Produktion von Nahrungsmitteln verloren. Es gibt noch weitere Folgen: Degradierte Böden können weniger Wasser aufnehmen und verlieren ihre reinigende Funktion: Sie filtern weniger Schadstoffe aus der Luft und speichern weniger Kohlenstoff. Das hat erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen: Fachleute beziffern die Kosten der Bodenerosion auf 60 Euro pro Jahr und Kopf der Weltbevölkerung. Am stärksten unter den Folgen leiden die Menschen in Entwicklungsländern, deren Lebensgrundlage der Boden ist. 

Die globale Initiative „Ökonomie der Landdegradierung“ (ELD) mit Sekretariat in der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH lenkt den Blick auf diese ökonomischen Aspekte des Problems. So werden Entscheidungsträgern auf allen Ebenen überzeugende Argumente geliefert, sich aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten für Bodenschutz einzusetzen. Die ELD-Initiative hat weltweit bereits in zahlreichen Studien die Kosten der Bodendegradierung auf Basis des Verlusts an Ökosystemleistungen berechnet sowie auf der anderen Seite die Gewinne aus Investitionen in nachhaltige Landbewirtschaftung. Entwickelt wurde die Methodik mit international renommierten Wissenschaftler, durchgeführt wurden die Studien von namenhaften Ökonomen und Ökologen. Die Kosten-Nutzen-Rechnungen waren bisher stets positiv, wenn auch manchmal die Rendite erst nach einigen Jahren entsteht. Das bedeutet: Es lohnt sich, in den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Böden zu investieren.

Beispiel Kenia: Um die Investitionen für Terrassenanbau und Agroforstwirtschaft finanzieren zu können, benötigen die Bauern zunächst (staatliche) Zuschüsse, die aber langfristig betriebs- und volkswirtschaftlichen Nutzen bringen. Genauso ergab sich eine hohe Wirtschaftlichkeit für Investitionen in Wiederaufforstung und Agroforstmaßnahmen in Mali oder in Mischkulturen im Sudan. Für das äthiopische Hochland berechnete die ELD-Initiative, dass mit gleichbleibender Landbewirtschaftung die Agrarerträge in den nächsten 30 Jahren um fünf Prozent sinken, mit nachhaltigeren Bewirtschaftungsmethoden jedoch um zehn Prozent steigen würden. Ähnliche Ergebnisse liegen aus Europa, Asien, Nord- und Südamerika vor. Solche konkreten Beispielrechnungen liefern der Politik eine bessere Grundlage für weitreichende Investitionsentscheidungen.

Aufgrund ihres großen Erfolgs erhielt die ELD-Initiative kürzlich weitere Mittel von EU und Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Damit wird in acht afrikanischen Ländern (Senegal, Mali, Niger, Ghana, Äthiopien, Ruanda, Kenia und Somalia) die Kompetenz aufgebaut, wirtschaftliche Analysen mit der ELD-Methodik selbstständig durchzuführen. Gemeinsam werden weitere Studien in ausgewählten Regionen erstellt. Die Ergebnisse werden den politischen Dialog und die Investitionen in nachhaltige Bodenbewirtschaftung stärken.

Der Wert des Bodens - Nachhaltige Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge im Westen Kenias
ELD-Film: The Value of Soil
Download project brief (PDF)

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