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Böden in Indien schützen, Ernährung sichern

Die Hälfte der Menschen in Indien lebt von der Landwirtschaft. Doch die Ackerböden bringen immer geringere Erträge. Beinahe 50 Prozent der Fläche Indiens sind bereits von Bodendegradierung betroffen. Die Ursachen dafür liegen in der Erosion durch Wind und Wasser, bedingt durch ungeeignete Bewirtschaftungsmethoden und eine zu intensive Nutzung. Das starke Bevölkerungswachstum und der Klimawandel verschärfen die Situation zusätzlich. Den Bäuerinnen und Bauern fehlt oft das Wissen, um ihre Felder unter diesen Bedingungen nachhaltig zu bewirtschaften. Die staatlichen Agrarberaterinnen und -berater empfehlen einseitig Bewässerungssysteme und Mineraldüngung, doch zu Fragen des Bodenschutzes und der Bodenfruchtbarkeit sind sie nicht ausgebildet. Zudem erreichen sie nur einen Bruchteil der Bauernfamilien. Nachhaltige Methoden, den Boden zu verbessern, sind daher bislang kaum verbreitet.

Neue Anbautechnik mit großer Wirkung

Rukhma Urwate aus Dendhasi hat investiert: 3.000 Rupien – rund 40 Euro – für neues Saatgut und eine Woche Vorbereitung vor der Aussaat. Denn in diesem Jahr hat sie Sorghum und Straucherbsen nicht wie bisher in Längsrichtung gepflanzt, sondern quer zum Hang, entlang sogenannter Konturlinien. So fließt der Regen nicht mehr so schnell ab und kann die dünne Ackerkrume, den obersten Teil des Bodens, nicht mehr wegspülen. Wichtige Nährstoffe und mehr Feuchtigkeit verbleiben im Boden. Zudem hat Rukhma eine widerstandsfähigere Sorghumsorte ausgesät. Ihre Felder sehen schon sehr vielversprechend aus. „Wenn etwas von der Ernte übrig bleibt, verkaufe ich es auf dem Markt. Ich glaube, dieses Mal bekomme ich ein ganz hübsches Sümmchen“, freut sich die Bäuerin.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH damit beauftragt, in Indien alternative Anbautechniken zu etablieren, um die Bodengesundheit langfristig zu verbessern. Nicht nur in Dendhasi haben Bäuerinnen und Bauern genau wie Rukhma Urwate gelernt, Konturlinien in den Feldern anzulegen und ihre Kulturen in Reihen quer zum Hang zu säen. Insgesamt wurden bereits 10.648 Bauern (Stand Juli 2017), rund ein Drittel davon Frauen, in verbesserten landwirtschaftlichen Methoden geschult – vom Weidemanagement über Kompostherstellung bis zu Techniken zum Speichern von Wasser. Auf 25.710 Hektar Boden wurden so bereits Ansätze für Bodenschutz und -rehabilitierung umgesetzt. Doch das ist erst der Anfang. Zukünftig sollen 53.000 Hektar Boden geschützt und verbessert werden: ein Modell für viele indische Regionen.

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