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Die Tofu Manufaktur: Soja-Spezialitäten made in Germany

Vegan, in Berlin hergestellt und ökologisch mit dem Fahrrad ausgeliefert: In ihrer Tofu Manufaktur stellen die „Soy Rebels“ Sojapr odukte selbst her – von Hand und aus deutschen Bio-Sojabohnen.  

Soja ist weltweit begehrt wie nie – für Tofu und Brotaufstriche, aber vor allem als Futter für industriell gezüchtete Tiere. 90 Prozent des weltweit angebauten Sojas wird direkt in der Massentierhaltung verwendet8, zum Nachteil für weite Bodenflächen vor allem in Südamerika und Asien. Dort weichen riesige Wald- und Weidegebiete stets neuen Anbauflächen für Tierfutter – denn die Fleischproduktion ist lange nicht so effizient in der Erzeugung von Kalorien wie die Produktion pflanzlicher Nahrungsmittel. Dass dies nicht nur klimaschädlich, sondern auch verschwenderisch ist, wird immer mehr Verbrauchern bewusst: Sie entscheiden sich für eine vegetarische oder vegane Ernährung.

Besonders engagierte Verfechter des Veganismus sind die selbsternannten „Soy Rebels“ der Berliner Tofu Manufaktur. Um ihre Tofuprodukte so umweltschonend und frisch wie möglich anzubieten, stellen sie Blüten- oder Räuchertofu, Pasteten, Aufstriche und vieles mehr seit 2012 in ihrer Produktionsstätte am Berliner Ostkreuz her – und das aus deutschen Bio-Sojabohnen, sodass keine Flächen in anderen Ländern dafür belegt werden und die Transportwege kurz sind.

„Was wir immer schade fanden war, dass es nirgendwo eine größere Auswahl an frischen Tofuprodukten gibt – wie man es von der Käsetheke kennt“, sagt Mateusz Wawrzyniak, einer der vier Gründer der Manufaktur. Erfahrung mit Anbau und Verkauf von Bio-Lebensmitteln hatten sie alle bereits. „Der Schritt lag also nahe“, so Wawrzyniak.

Biologische und regionale Herkunft ist den vier „Rebellen“ dabei ebenso wichtig wie Geschmack und Frische. „Nur die Sojasauce müssen wir noch aus Japan beziehen, denn die ist aufwändig herzustellen“, berichtet Wawrzyniak.

Ihr Soja beziehen die „Soy Rebels“ von einem landwirtschaftlichen Betrieb, der die Bohnen von mehreren Kleinbauern in der Region von Hannover geliefert bekommt. „Demnächst werden wir aber noch regionaler werden, nämlich auch aus Brandenburg beziehen“, sagt Wawrzyniak. „Wir finden es schön, dass sich in dieser Region jemand am Anbau versucht und wollen das unterstützten.“ Das Wissen, woher die Produkte kommen und wie sie hergestellt werden, ist Wawrzyniak wichtig – also die Transparenz, die bei globalen Handelsketten meist fehlt.

Somit betrachten die Sojaexperten den persönlichen Kontakt zu den Bauern auch in Deutschland als unverzichtbar. „Wir unterhalten uns mit den Bauern, um ein Gefühl dafür zu kriegen, welchen Höfen wir vertrauen können“, so Wawrzyniak. Wichtig sei, dass das Soja von kleinen Betrieben kommt, die keine Mono- kulturen haben, sondern auch andere Pflanzen auf ihren Feldern anbauen. Denn Umwelt und Böden zu schonen ist das Prinzip der Soja-Spezialisten.

Damit ihre Köstlichkeiten auch umweltschonend transportiert werden, liefern sie nur innerhalb von Berlin und mit dem Fahrrad aus. „Es ist sowieso schwierig, auch außerhalb Berlins zu verkaufen, wenn man unserer Prämisse vom unverpackten, frischen Produkt folgt“, sagt Wawrzyniak.

Die Idee geht auf. Aus mehreren anderen Städten wie Leipzig und Krakau sind schon Interessenten zur Tofu Manufaktur angereist, um sich das Konzept erklären zu lassen. Wawrzyniak und seine drei Kollegen sind zufrieden, dass sie ein wenig zu mehr Bewusstsein für ein nachhaltiges Konsumieren beitragen können. „Ich selbst bin jetzt 27 und Globalisierung wurde im Schulunterricht durchweg nur positiv beleuchtet. Mit Themen wie Nachhaltigkeit und Ressourcenzerstörung wurden wir gar nicht konfrontiert”, sagt Wawrzyniak. „Bei meinen Kindern würde ich solche Themen ganz klar mit in den Alltag einbinden.“ Und dass geringerer Fleischkonsum kein kulinarischer Verzicht sein muss, lernen sie am heimischen Küchentisch wahrscheinlich ganz von selbst.

 

Die Eiweißlücke in Europa

Der Appetit auf Fleisch wächst: In den letzten 50 Jahren hat sich die globale Fleischerzeugung vervierfacht, auf mehr als 300 Millionen Tonnen pro Jahr. Das entspricht einem Pro-Kopf-Konsum von 42,5 kg; in Europa waren es gar 66,2 kg. Damit wächst auch der Flächenbedarf, denn Fleischzucht ist auf Futtermittel angewiesen. Eiweißhaltigen Pflanzen wie v. a. Soja, aber auch Erbsen, Feldbohnen und Lupine sind gefragt, denn Eiweiß lässt die Muskelmasse schnell wachsen. Gleichzeitig geht die Fläche in der EU, auf der Eiweißpflanzen angebaut werden, zurück: Importe von Eiweißpflanzen aus riesigen Monokulturen in Ländern wie Brasilien oder Argentinien gleichen die heimische Unterversorgung aus; allein Deutschland importiert pro Jahr Futtermittel, die auf etwa 2 Millionen Hektar angebaut werden – oft mit fatalen Folgen für Boden, Wälder und die lokale Bevölkerung in den Herkunftsländern. Immer mehr Verbraucher entscheiden sich daher für eine Reduktion ihres Fleischkonsums und achten auf Biosiegel. Auf politischer Ebene begegnet beispielsweise das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dem Problem: Mit einer „Eiweißstrategie“ für Futtermittel in der Tierhaltung soll der im letzten Jahrzehnt stark zurückgegangene Anbau von Eiweißpflanzen in Deutschland gefördert werden.15 Grundlage ist die wissenschaftliche Erkenntnis, dass die mitteleuropäischen Böden davon profitieren, wenn eiweißhaltige Futtermittel – sogenannte Leguminosen – verstärkt heimisch angebaut werden. Diese düngen den Boden (Gründüngung) und dienen dem Erosionsschutz. Der Leguminosenanbau ist damit einer der wichtigsten Bausteine zur Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft.

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