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Ökologischer Teeanbau in Sri Lanka

Der südasiatische Inselstaat Sri Lanka gehört zu den größten Teeproduzenten der Welt. Beim Anbau von Biotee nutzen die Landwirte gezielt natürliche Prozesse. Bodenorganismen spielen dabei eine zentrale Rolle.

Sri Lanka, einer der wichtigsten Teeproduzenten weltweit, setzt beim Anbau der Pflanzen für das begehrte Heißgetränk zunehmend auf biologische Erzeugung. Dabei orientieren sich die Öko-Bauern am Prinzip der Kreislaufwirtschaft: Sie verzichten auf synthetische Pflanzenschutzmittel, setzen auf Düngung, eine vielseitige Fruchtfolge und schonende Bodenbearbeitung. Sie düngen mit Mulch und Mist, sowie durch gezielte Bepflanzung des Bodens etwa mit Klee, Hülsenfrüchten oder Gräsern (Gründüngung). Das alles fördert die Bodenfruchtbarkeit, den Aufbau von Humus und die im Untergrund lebende biologische Vielfalt. Die dort lebenden Organismen zersetzen beispielsweise abgestorbenes Pflanzenmaterial, arbeiten es in den Boden ein, wirken an Humusbildung und Nährstoffkreisläufen mit.

Zahlreiche nachhaltig wirtschaftende Kleinbauern haben sich in Sri Lanka inzwischen zu Organisationen wie etwa der Small Organic Farmers’ Association (SOFA) zusammengeschlossen. Die mehr als 2.200 SOFA-Mitglieder aus dem zentralen Hochland sowie der Uva-Region im Süden bauen Tee, Gewürze, Gemüse und Obst nach den Kriterien des Naturland-Verbandes an.

Besonders wichtig sind dabei Schatten spendende Bäume. „In den ökologischen Teegärten Sri Lankas haben solche Bäume eine große Bedeutung, zum Beispiel für den Humusaufbau, den Erosionsschutz und die Förderung von Nützlingen“, erläutert Manfred Fürst von Naturland. Oft pflanzen die Bio-Bauern als Schattenbäume oder Untersaat Hülsenfrüchtler-Arten an (Leguminosen). Deren Wurzeln leben meist in Symbiose mit Bakterien, die Stickstoff fixieren können. Stickstoff wiederum gilt als Motor des Pflanzenwachstums – der durch diese „Gründüngung“ dem Boden nicht mehr durch Düngemittel zugeführt werden muss.

„Als Düngemittel setzen die sri-lankischen Bio-Teeproduzenten Mulch oder Kompost ein. Dazu verwenden sie vor allem abgefallenes Laub der Schattenbäume, Rückschnittmaterial der Teebüsche und Rinder-Dung“, sagt Fürst. Bis z. B. ein Blatt vollständig in Humus umgewandelt ist, wird es mehrfach gefressen: Bodentiere zerkleinern den Mulch oder Kompost, Mikroorganismen bauen die Überreste weiter um und setzen dadurch Mineral- und Nährstoffe für die Pflanzen frei. Dazuhin werden gezielt Regenwürmer gezüchtet, weil sie das Erdreich auflockern und belüften. Dadurch entsteht ein humusreicher, fruchtbarer Boden, auf dem sich die Teesträucher gut entwickeln können.

Beim Pflanzenschutz arbeiten die SOFA-Kleinbauern ebenfalls vorwiegend mit natürlichen Methoden. „Sie fördern Nützlinge, ergreifen spezielle Pflegemaßnahmen oder nutzen Fangpflanzen, die Schädlinge von den Teebüschen fernhalten“, so Manfred Fürst. So fressen bestimmte Spinnentiere und Insekten die für die Teepflanzen schädlichen Lebewesen, und bestimmte Pflanzen ziehen Parasiten an, die ansonsten die Nutzpflanzen befallen würden. Nur im Notfall kommen natürliche Extrakte als Insektizide oder Kupferpräparate als Fungizide zum Einsatz. Als Erosionsschutz dienen Schattenbäume und bodenbedeckende Pflanzen. Teilweise legen die Landwirte zusätzlich Hecken oder Mauern an, um den Regenabfluss zu bremsen und das Abschwemmen von fruchtbaren Bodenschichten zu verhindern. Auch das Jäten mit der Hand und das Mulchen minimieren den Bodenabtrag.

Nachdem die SOFA-Mitglieder die jungen Teeblätter gepflückt haben, werden diese verarbeitet und erhalten ein Zertifikat vom Naturland-Verband. SOFA ist außerdem Handelspartner des Unternehmens GEPA, das den Tee in Europa vermarktet. Der faire Handel bietet den sri-lankischen Bauern einen angemessenen Preis für ihre Produkte – ein Teil der Einnahmen kann SOFA auch in Fortbildungen für die Bauern stecken: So lernen sie z. B., wie sie zukünftig Bodenorganismen noch besser für den ökologischen Anbau nutzen können.

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