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Interview mit Daniel May

GIZ-Projektleiter in Krabi

Nachhaltige Palmölproduktion funktioniert - und ist rentabler als konventioneller Abbau. Das beweist ein erfolgreich abgeschlossenes Pilotprojekt der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMUB) in Thailand. Dessen Leiter war Daniel May, heute Generalsekretär des Forums Nachhaltiges Palmöl.

In der Region Krabi im Süden Thailands haben sie mit 412 Palmöl-Bauern zusammengearbeitet, heute sind alle zertifiziert. Was machen sie?
Daniel May: Sie sind viele Schritte gegangen: Sie sparen an Kunstdüngern, indem sie die anfallenden Abfallstoffe wie Palmblätter in den Pflanzungen als Dünger nutzen, setzen seltener, und wenn, dann gezielter Pestizide ein. Bei der Pflanzung neuer Palmen achten sie auf einen Mindestabstand zu Gewässern, so dass keine Schadstoffe in das Wasser gelangen. Statt bodenschädliches Rattengift zu nutzen, haben sie auf ihren Feldern Nistkästen fur Eulen aufgestellt. Die fressen wiederum die Ratten.

Das Projekt ist seit 2012 beendet. Hat sich der Aufwand für die Bauern gelohnt?
Daniel May: Die Bauern halten durch eine nachhaltige Bewirtschaftung ihre Felder auf lange Sicht nutzbar. Aber auch kurzfristig zahlt sich das aus. Im Jahr verdienen sie durchschnittlich 2.500 Euro mehr – eine Steigerung von rund 25 Prozent im Vergleich zum Projektstart 2009. Auch die teure Zertifizierung rentiert sich, denn Unternehmen weltweit, auch in Deutschland, setzen zunehmend auf "sauberes" Öl.

Wie kann man einen Bauern überzeugen, den Schritt zur Zertifizierung zu gehen?
Daniel May: Wir haben den Bauern klargemacht: Wir unterstützen Euch in der Umstellung zur nachhaltigen Palmölbewirtschaftung, führen Trainings durch, geben Euch Wissen zur Bewirtschaftung der Plantagen, beim Aufbau von Management und Kontrollsystemen, und helfen auch den Betreibern der Palmöl-Mühlen bei der Umstellung – aber nur, wenn Ihr Euch am Ende zertifizieren lasst. Dieses Konzept des "partnership farmings" ist aufgegangen.

Kann die Idee in anderen Regionen dieser Welt, zum Beispiel in Indonesien, Schule machen?
Daniel May: Unser Modell ist eins zu eins übertragbar. Es findet bereits Anwendung in Projekten anderer Hilfsorganisationen in Indonesien. Wenn jetzt noch die Konsumenten und Unternehmen stärker umdenken, steckt bald in unseren Lebensmitteln und Alltagsgütern 100 Prozent "sauberes" Palmöl.

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